Lehrer

Artikel

Den Lernraum verstehen

04 Juli 2008
Wie unterstützen Schulen durch den Einsatz digitaler Technologien erfolgreich die Personalisierung des Lernens? Das Forschungsprojekt, von dem hier berichtet wird, ergründet die Beziehung zwischen digitalen Technologien und den aktuellen Bemühungen um die Gewährleistung einer persönlicheren Lernerfahrung. Es werden Empfehlungen gegeben, die zu einem besseren Verständnis der Lernräume und einer besseren Nutzung digitaler Technologien beitragen sollen.
Wir beginnen mit der Vorstellung eines beschreibenden Modells der Beziehung zwischen Lernern, den Bildungsräumen, in denen sie handeln, und digitalen Technologien. In diesem Zusammenhang identifizieren wir vier Schlüsselräume (persönlicher Lernraum, Lehrraum, Schulraum und Lebensraum), die sich auf das Bildungserlebnis von Lernern auswirken. Das Verständnis dieser Räume ist gegenwärtig nicht gut, wodurch ein großer Teil des informellen und formellen Lernens von Kindern nicht erkannt und nicht bewertet wird.

Im Anschluss testen wir die Gültigkeit dieses Modells anhand der Ergebnisse diverser nationaler Forschungsprojekte, die ausnahmslos einen Methodenkombinations-Ansatz verwendeten, um in Gruppendiskussionen, Interviews und Umfragen sowie aus nationalen Datenbeständen zu Lernerleistungen qualitative und quantitative Daten zusammenzutragen. Die hier verwendeten Daten stammen aus den Fallstudienberichten und umfassen Klassenraumbeobachtungen sowie Kommentare aus erster Hand von Lehrkräften, Verantwortungsträgern und Lernern. Wir analysieren die Bedeutung dieser Daten und dieses Modells für unser Verständnis davon, wie digitale Technologien effektiv in der Bildung eingesetzt werden können.

Im traditionellen Bildungsmodell wurde die Gestaltung des Lernraums im Wesentlichen von der betreffenden Bildungseinrichtung und der Lehrkraft kontrolliert. Die physischen Merkmale des persönlichen Bildungsraums kann noch immer von Lehrkräften und Einrichtungen beeinflusst werden, die Gestaltung dieses Raums und der Technologieeinsatz liegen nun jedoch in den Händen der Lerner. Um effektives Lernen gewährleisten zu können, ist es erforderlich, die Bedeutung der verschiedenen Räume bei der Personalisierung des Lernens zu verstehen und auf die Wahrnehmungen und Verhaltensweisen der Lerner einzugehen.
Artikel

Fernunterricht für Lehrer in ländlichen Gebieten Kenias

29 Februar 2008
Die Globalisierung hat soziale Beziehungen weltweit intensiviert und ortsunabhängig gemacht. Sie hat „weit entfernt liegende Orte auf eine Art und Weise [verbunden], dass lokale Ereignisse durch weit entfernt stattfindendes Handeln beeinflusst werden und umgekehrt. Lokale Veränderungen sind genauso Teil der Globalisierung wie die Ausdehnung sozialer Beziehungen über Zeit und Raum“ (Giddens, 1990).
Die revolutionären Veränderungen, die die Informationstechnologie und das darauf folgende Phänomen der digitalen Spaltung nach sich zogen, sind wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang. In dieser Studie analysieren wir die digitale Spaltung aus einer peripheren Perspektive im Vergleich zur entwickelten Welt, die Ausgangspunkt dieser Revolution war. Wir beobachten daher das Eindringen neuer Technologien als Teil des Globalisierungsprozesses aus einem anderen lokalen Zusammenhang: nämlich aus Afrika und Kenia.

In Afrika ist die Lage bezüglich der digitalen und sozialen Spaltung beim Zugang zu Informationstechnologien und deren Nutzung und insbesondere im Hinblick auf den verspäteten Aufbau der erforderlichen Infrastruktur für deren Verfügbarkeit und Nutzung unzulänglich. Trotzdem bleibt festzustellen, dass die Globalisierung zu einem fortschreitenden Eindringen neuer Technologien auf dem afrikanischen Kontinent führt. Die Bevölkerung sollte aber nicht nur in der Lage sein, sie zu nutzen – sie sollte auch fähig sein, sie zu fördern, zu administrieren und zu steuern. Das ist wichtig, denn IKT hat weit reichende Folgen sowohl für soziales Handeln als auch für die lokale Kultur.

Dieser Beitrag beschreibt ein E-Learning-Pilotprojekt für Lehrer, das im Distrikt Gwassi, in einer ländlichen Region Kenias, durchgeführt wurde. Wir stellen zunächst den nationalen und lokalen Kontext vor und beobachten dann, wie die Kultur zwischen Individuum und Technologie vermittelt. Schließlich beleuchtet die Arbeit die lokale Situation und beschreibt den Kontext sowie strategische Aspekte, nach denen sich die Arbeit der Projektmitarbeiter jetzt richtet.
Artikel

Integrierende Bildung: Lehrern helfen, IKT-Ressourcen auszuwählen und sie effektiv einzusetzen

28 November 2007
Diese Arbeit befasst sich unter Bezugnahme auf das Konzept des universellen Zugangs zur Bildung mit dem Thema der schulischen Integration. Dabei richtet sie das Augenmerk auf das große Potential der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bezüglich der Vermeidung jeglicher Art von Diskriminierung unter Schülern. Die Autorinnen vertreten zudem die Ansicht, dass den Lehrkräften bei der Aktivierung der Möglichkeiten, die die neuen Technologien für die Unterstützung der vollen Integration aller Schüler in die allgemeinen Bildungssysteme bieten, eine wesentliche Rolle zufällt.
Dieser Sichtweise entsprechend müssen sich die Lehrkräfte des Potentials der IKT bewusst sein und in der Lage sein, sich das geeignete Wissen und die technische Kompetenz, die für die Auswahl und den angemessenen Gebrauch dieser Art von Ressourcen notwendig sind, anzueignen, um den universellen Zugang zur Bildung als ein konkretes und erreichbares Ziel zu begreifen.

Die Resultate des vom ITD-CNR an etwa 300 italienische Lehrer ausgegebenen Fragebogens zur Meinung über neue Technologien und Integration zeigen, dass die Mehrheit von ihnen (75%) anerkennt, dass IKT-Instrumente und –Ressourcen ein großes Potential zur Förderung und Aktualisierung integrierender Praktiken in Schulen haben könnten. Ungeachtet dessen geben jedoch fast alle Befragten an, dass sie noch immer spezifische Informationen und Anleitung zur Auswahl und Verwendung der für diese Zwecke angemessenen IKT-Produkte benötigen.

In der Arbeit werden zwei auf diese Bedürfnisse bezogene Pilot-Forschungsprojekte vorgestellt, von denen das eine darauf ausgerichtet ist, Lehrern umfassende und effektive Informationen über die Zugänglichkeitsfunktionen von Lern- und Bildungssoftware zu vermitteln, und das andere sich mit der Verbreitung von Know-how und Good Practices zur Unterstützung der Erstellung, gemeinsamen Nutzung und Folgenutzung „integrierender“ pädagogischer Konzepte beschäftigt. Aus solchen Projekten sind zwei spezifische Online-Dienste hervorgegangen, die Informationen über Zugänglichkeitsmerkmale pädagogischer Multimediaprodukte liefern bzw. Best Practices im Bereich der schulischen Integration aufzeigen.

Die grundlegende Idee ist eigentlich, dass der Integrationsprozess mittels neuer technologischer Hilfsmittel gefördert werden kann, dass hierfür allerdings Veränderungen und Anpassungen pädagogischer Inhalte, Ansätze, Strukturen und Strategien erforderlich sind.
Artikel

eTwinning – Ein neuer Weg für europäische Schulen

26 September 2007
Diese Arbeit untersucht die eTwinning-Maßnahmen vor dem Hintergrund der Bildungskräfte und der gesellschaftlichen Kräfte im Europa des 21. Jahrhunderts. Sie beschreibt detailliert die Entwicklung und die Struktur des eTwinning, die Möglichkeiten, die es den Lehrkräften im Hinblick auf die pädagogische Praxis und berufliche Entwicklung bietet, sowie die Leistungen des Portals www.eTwinning.net.
eTwinning begann 2004 als Initiative der Europäischen Kommission mit dem ausdrücklichen Ziel, Schulen in Europa auf einem informellen Weg in Partnerschaften zusammenzuführen und den Lehrern so eine Zusammenarbeit ohne die Verpflichtung zu einem langfristigen Engagement zu ermöglichen, wie es normalerweise im Kontext von Comenius-Projekten der Fall ist. Die Initiative soll einen möglichst flexiblen Ansatz für die Zusammenarbeit zwischen Schulen bieten und besitzt eine recht einzigartige Struktur, was den Grad an Unterstützung betrifft, der den Lehrern geboten wird.

Zu den besonderen Eigenschaften des eTwinning zählt die Existenz einer sehr aktiven Teilnehmerbetreuung auf nationaler und europäischer Ebene durch die Nationalen Koordinierungsstellen (NSS) bzw. die Zentrale Koordinierungsstelle (CSS) und einer Reihe von eingebauten Anreizen für Lehrkräfte in Form von Qualitätssiegeln.

Das berufliche Weiterbildungsprogramm für die eTwinning-Teilnehmer umfasst Workshops auf europäischer und nationaler Ebene, die eine Plattform für den Austausch zwischen Lehrern und die Verbreitung guter Praktiken bieten.

Herzstück der Initiative ist das Portal www.eTwinning.net, eine hoch entwickelte Kommunikationsplattform, die in 20 Sprachen zur Verfügung steht und eine große Auswahl an speziellen Werkzeugen für Lehrkräfte anbietet.

Ist eTwinning erfolgreich? In Anbetracht der Statistiken bezüglich der Anzahl der angemeldeten Schulen und Lehrkräfte muss die Antwort positiv ausfallen. Die Lehrer erkennen es als einfachen, unbürokratischen Weg zur gemeinsamen Umsetzung von Projekten im Rahmen einer hoch entwickelten Online-Plattform.
Artikel

Einführung von Online-Ressourcen in universitären Face-to-Face-Kontexten. Aus der Sicht der Studierenden

25 Mai 2007
In diesem Beitrag stellen wir einen Evaluierungsbericht über das von der Universität Murcia (Spanien) entwickelte virtuelle Campusprogramm vor. Das Programm beinhaltet die Gestaltung, Herstellung und die Anwendung von bildungsrelevanten Online-Ressourcen im universitären Kontext für Kurse aus drei verschiedenen Fakultäten (Chemie, Medizin und Erziehungswissenschaften). Es wurde hauptsächlich vom LMS (Lernmanagementsystem) dieser Universität, dem SUMA entwickelt.
Mit der Auswertung sollte das Programm tief greifender bewertet werden unter stärkerer Berücksichtigung der Themen Einführung von IKT-Bildungswerkzeugen an den Hochschulen, Motivation der Universitätsdozenten und Ausbildungsstrategien.

Der Bericht gibt die Sichtweisen der an diesem Experiment beteiligten Studierenden wider. Wir verfügen über Angaben von 243 Studierenden aus sieben Kursen, aus denen wir gelernt haben, dass:

a) Studierende nicht auf die effektive Anwendung neuer Medien zum Lernen vorbereitet sind und Volltextversionen für ihre Arbeit bevorzugen. Die digitale Lese- und Schreibfähigkeit unserer Studierenden reicht nicht aus, um Zugang zu Wissen über digitale Medien zu bekommen;

b) Online-Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden über E-Mail verbreiteter ist als über andere Werkzeuge (Foren, Noticeboards u.a.) und das Lernen von Websites von beiden Seiten nicht ausreichend geschätzt wird;

c) Studierende eine positive Meinung über IKT haben, aber nicht wirklich davon begeistert sind;

d) sie im Verlauf dieses Experiments ihre Computer nicht stärker verwendet haben, aber dass sie sich in der Anwendung von IKT-Tools verbessert haben;

e) Personen mit einem höheren Bildungsstand verstehen, dass IKT mehr als eine zum Lernen nützliche Quelle ist, dass sie es für die Arbeit nutzen können und dass sie der Möglichkeit, mit diesen Technologien für den Erwerb ihrer Qualifikation arbeiten zu können, einen hohen Stellenwert zumessen;

f) eine wichtige Problemquelle für die Online-Arbeit in der Art und den Möglichkeiten des verwendeten LMS liegt.

Wir haben durch diesen Bericht schließlich verstanden, dass das wichtigste Element für die Einführung von IKT in der Hochschule die in den Kursen angewandte Methodik ist. Sie ist zu einer neuen Grenze geworden und muss gründlich untersucht werden.
Artikel

E-Learning in Bulgarien – der Stand der Dinge

25 Mai 2007
Die Studie befasst sich mit der Entwicklung und dem jeweiligen Stand von E-Learning der vergangen Jahre in Bulgarien. Das Bildungssystem des Landes wird anhand statistischer Daten vorgestellt.
Die hauptsächlichen Katalysatoren für Entwicklungen im Bereich Bildung werden für Bulgarien eingeführt und analysiert. Als Katalysatoren wird die Zusammenarbeit mit Bildungs- und Forschungsinstitutionen im Rahmen zahlreicher internationaler Projekte genannt, die staatlichen Vorgaben zur beschleunigten Einführung von E-Learning-Technologien auf allen Ebenen des Bildungssystem und die Bereitschaft, Haltungen und Offenheit gegenüber Fragestellungen auf Seiten des Lehrkörpers an weiterführenden Schulen und Hochschulen.

In den vergangen Jahren der assoziierten Mitgliedschaft Bulgariens in der Europäischen Union haben sich die Bedingungen zur Einführung und effizienten Nutzung von E-Learning in unterschiedlichen Institutionen deutlich verbessert. Folgende Faktoren haben hauptsächlich zur Verbesserung des E-Bildungs-Indexes in Bulgarien beigetragen: die Teilnahme von Bildungs- und Forschungseinrichtungen an vielen internationalen Projekten; die Regierungspolitik; die Initiativen von Universitäten; Bildungs- und Forschungseinrichtungen; gut qualifizierte Fachleute in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Didaktik, Psychologie und aus anderen Bereichen, die begeistert zur Wertsteigerung und Verbreitung von E-Learning-Inhalten beigetragen haben.

Leider sind Probleme aufgetreten, wie der Mangel an ausreichenden E-Learning-Inhalten, insbesondere in den Geisteswissenschaften; die unzureichende Vorbereitung und Bereitschaft von Universitätsdozenten bzw. Lehrern an den Schulen zur Nutzung von E-Learning-Technologien; die unzureichende didaktische Vorbereitung von Lehrern für die Anwendung von E-Learning und das Fehlen von Regulationssystemen in Schulen und an manchen Universitäten zur Motivation von Lehrern und Dozenten, E-Learning-Inhalte auszubauen und anzuwenden.

Will man die oben genannten Probleme überwinden, müsste, nach unserer Meinung, ein Regulationssystem eingeführt werden, das die Nutzung und Entwicklung von E-Learning-Inhalten auf allen Bildungsebenen anregt. Erfahrungen müssten verbreitet werden, Open-Source-Software und E-Learning-Umgebungen mit Schnittstellen in Bulgarisch müssten allgemeinverständlich werden, gemeinsame Forschung zu Technologie und Didaktik des E-Learning müsste breiter angelegt sein und es sollte mehr Universitäten geben, die Masterprogramme in E-Learning anbieten.
Artikel

Neue Textformen im elektronischen Zeitalter. Ein Lehransatz

06 Oktober 2005
Täler haben für die Medien immer eine Rolle gespielt. So wie zum Beispiel das Rheintal die Buchdruckerkunst beeinflusst hat, bringt heute das Silicon Valley frischen Wind in den Journalismus. Die „Kommunikationsautobahnen“ sind heute das, was die Eisenbahngleise im Industriezeitalter waren: entscheidende Faktoren für die Förderung von Handel und Kommunikation. Der Journalismus hat sich zweifellos verändert, aber wie können wir einen digitalen Text „lesen“, wenn seine Grenzen eher fließend als eindeutig sind? Reicht die Semiotik hier aus? Wie soll man dem ununterbrochenen Strom von Informationen, dem unsere Kinder ausgesetzt sind, entgegentreten?
Das Aufkommen des elektronischen Journalismus
Seit dem ersten Auftreten der elektronischen Presse sind einige Jahre vergangen. Viele Pressemedien haben entsprechende Webseiten angelegt, um ihre Inhalte dort teilweise oder in Gänze zu präsentieren. Es gibt auch andere Websites, die so genannten Portale, die ausschließlich für das neue Medium geschaffen wurden.

Der elektronische Journalismus ist eine Herausforderung für die traditionelle Rolle des Journalisten, der den Fluss der Nachrichten filtert und daraus auswählt. Das Fernseh-, Radio- und Publikationsmodell basiert auf der „Einer spricht, viele hören zu“-Konvention. Ein Sender versorgt gleichzeitig viele Empfänger, die nicht antworten können. Auf diese Art funktioniert z. B. das Fernsehen als Unterdrückungstechnologie. Der Einzelne ist ein passiver Zuschauer/Verbraucher des Fernsehprodukts. Die geringe Sozialmoral des Fernsehens geht mit der Wucht des Mediums einher. Über den der Jagd nach der Einschaltquote entspringenden Mangel an moralischen Prinzipien ist viel geschrieben worden. Das Internet hingegen kann dazu dienen, das Monopol in der Informationsverteilung in seine Schranken zu weisen. Das Internet gibt uns die Möglichkeit, die Standpunkte von Journalisten von verschiedenen Websites zu vergleichen, sie liegen nur einen Mausklick voneinander entfernt. Das System der freien Nachrichtenzirkulation stellt eine echte Bedrohung für die Massenmedien und das Nachrichtenwesen dar. Wie können sie profitabel sein, wenn jeder ein Nachrichtenproduzent werden kann, ohne Einschränkungen oder Zensur, oder wenn es einen freien Nachrichtenaustausch gibt?

Das neue Medium weist im Vergleich zum herkömmlichen Zeitungsblatt einige Besonderheiten auf. Es gibt dem Autor die Möglichkeit, den Inhalt des Blattes sooft es ihm beliebt, zu erneuern. Dadurch verliert der Text seine Endgültigkeit und gewinnt dafür an Eindringlichkeit und Direktheit. Die Webseiten großer Nachrichtenunternehmen werden mit Hilfe von Internet-Publikationssystemen minütlich aktualisiert. Während eine Zeitung, wenn sie erst einmal gedruckt ist, nicht mehr aktueller werden und die letzten Entwicklungen nicht mehr berücksichtigen kann, kann eine Webseite 24 Stunden am Tag auf aktuelle Ereignisse eingehen. Bestimmte Webseiten ermöglichen es ihren Lesern, an Diskussionen teilzunehmen, in so genannten „Foren“ oder „Forums“. Das Medium ist in seiner elektronischen Form eindeutig interaktiver. Kann hier von bidirektionaler Kommunikation die Rede sein? Der Leser oder die Leserin sieht den an die Zeitung geschickten Text, wie die anderen Besucher der Webseite, sofort auf dem Bildschirm.

Mit einem Mausklick kann an Foren im Internet teilgenommen werden. Die Technikverliebten stellen sich vor, dass diese allmählich die parlamentarischen Aktivitäten ersetzen und uns der Demokratie der antiken griechischen Polis näher bringen könnten. Die Informationskonsumenten erleben gerade die dritte Revolution in der Geschichte der Massenmedien (Buchdruck, elektronische Medien, das Internet). Da das Kommunikationsfeedback in der Kommunikationsform enthalten ist, befreit uns die Technologie von den Beschränkungen der traditionellen Massenmedien.

Das elektronische Medium erlaubt es der Internetversion der Zeitung, vielfältiges audiovisuelles Material, eine Fülle von Fotografien, Videos und Klangdokumenten einzubeziehen. Die Präsentation der Nachrichten verändert sich durch die Einbeziehung verschiedener Medienformen stark. Im Fall der elektronischen Zeitungen, die eine Fülle von Nachrichtenmaterial umfassen, ist es für den Leser von grundlegender Wichtigkeit, Fertigkeiten zur Handhabung und Verarbeitung der neuen, elektronischen Daten zu entwickeln. Die Fähigkeit digitaler Texte, in Sekunden um die ganze Welt verbreitet, verändert und veröffentlicht zu werden sowie Bild- und Tonmaterial zu enthalten, stellt eine Herausforderung für die Journalisten dar. Die Herausforderung, neue Formen des Schreibens und der Kommunikation mit ihrem Publikum zu entwickeln.

Eine elektronische Nachrichtenpublikation kann ihr Publikum während der Arbeitszeit erreichen, in der es traditionellerweise nicht üblich ist, fernzusehen oder die Zeitung zu lesen. Die Arbeitskraft vor dem Computerbildschirm kann leicht ein paar Klicks einschieben, um über den Nachrichtenfluss informiert zu bleiben, vor allem, wenn ein Ereignis besonders wichtig für ihn ist.

Die Hypertextstruktur der Nachrichten-Webseiten bindet die Leser dynamisch in die Erkundung ihres Inhalts ein. Die Strukturierung des Textes durch die Wahl des einen oder anderen Lesepfades beeinflusst die Bedeutung des Textes selbst, der ständig weiter gestaltet wird. Dadurch wird die Leseerfahrung bereichert. Darüber hinaus erlauben es die Webseiten vieler Nachrichtenagenturen ihren Lesern, eigene Versionen der Seite gemäß den eigenen Interessen zusammenzustellen. Das heißt, ein Besucher der Webseite kann Nachrichten, die ihn interessieren, zusammenstellen und speichern, woraufhin ihm, jedes Mal, wenn er zu dieser bestimmten Webseite zurückkehrt, eine Liste der entsprechenden Themen vorgelegt wird. Im Fall von Nachrichten-Webseiten bezeichnet der Begriff Interaktion die Anpassung der Kommunikation an den Benutzer. Dies ist eine wichtige Veränderung, mit der wir uns noch nicht vertraut gemacht haben. Sie bedeutet, dass das, was wir dem Leser präsentieren, in einem „übertragenen“ Sinn auflebt und Intelligenz erlangt. Während die traditionellen Medien, wie das Fernsehen, das Kino, das Theater oder das Buch, „gelesen werden“, neigen die interaktiven dazu, eine Beziehung zwischen den Nachrichten und dem Leser aufzubauen, die auf dem Dialog des Menschen mit der Maschine basiert. Die Internetnutzer haben sich, notgedrungen, zu misstrauischen Profis entwickelt. Sie fühlen sich unbehaglich, wenn sie keine Meinungen vorfinden, die den dominierenden widersprechen oder wenn sie die erhaltenen Information nicht verifizieren. Die Websites großer Nachrichtendienste werden oft von Hackern angegriffen, die versuchen, ihren Inhalt zu verändern. Am 13. Juni 2001 verbreitete die BBC-Webseite nach einem Hackereinbruch die gefälschte Nachricht vom Tod der Sängerin Britney Spears. Exklusive Nachrichten werden misstrauisch betrachtet. Selbst die marginalste Meinung steht nur wenige Mausklicks entfernt. Nach den Ereignissen des 11. September gab es viele Zuschauer, die eine Alternative zu CNN.com suchten. Es ist kein Zufall, dass die Webseite der Al-Dschasīra-Gruppe (engl. Al Jazeera), als Reaktion auf die erhöhte Zahl von Besuchen westlicher Nutzer, bald darauf eine englische Version bekam.

Das Internet eröffnet uns eine breitere Perspektive. Theoretisch gibt es uns die Möglichkeit, alle Zeitungen der Welt zu lesen, alle Kanäle, Diskussionen und Vorträge sehr einfach und ökonomisch mitzuverfolgen. Der Surfer formt sein eigenes Informationsmosaik aus Seiten und Sites, Meinungen und Versionen.

Sehr wesentlich ist auch, dass Rechercheure ihre Recherche in Zeitungsarchiven vergangener Jahrgänge betreiben können. Der Besucher gibt Suchwörter ein, und die Suchmaschine der Zeitung zeigt alle Artikel aus den vergangenen Jahren an, die die gesuchten Begriffe enthalten.

Der semiotische Wandel der Wege, auf denen Nachrichten verbreitet werden, wird in der gegenwärtigen Fachliteratur behandelt, während die Kommunikationstheorie es übernimmt, die neu geformte Kommunikationslandschaft zu deuten. Die Veranschaulichung von Schilderungen kann nicht als eine einfache Übersetzung von einem semiotischen Modus in einen anderen betrachtet werden. Wir müssen die semiotischen Eigenschaften der verschiedenen Modi verstehen, wenn diese in multimodalen Strukturen kombiniert werden.

Lehransatz
Wir leben in einem Zeitalter intensiver Veränderungen und schneller Entwicklungen, die neue Realitäten formen und gewohnte Gleichgewichte aus der Waage bringen. Neuerungen bringen Erschütterungen mit sich, weil Ihre Annahme, auf individueller wie auf gemeinschaftlicher Ebene, stets einen enormen Aufwand fordert.

In der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation, in der die Macht der Massenmedien stetig größer wird und die Technologie sich rasch entwickelt, bleibt die Frage, in welchem Ausmaß sich die Botschaft durch die Veränderung und Diversifikation der Medien ändern könnte. Als Pädagogen müssen wir darauf reagieren, indem wir an die neuen Medien herangehen und die verschiedenen Methoden, sie zu lesen, untersuchen.

Unser Ziel ist es, den Lernenden zu helfen, die Fertigkeiten zu entwickeln, die man als Bürger in der Informationsgesellschaft braucht. Wir haben vor, den Informationsempfänger dazu auszubilden, ein aktiver Leser der Bedeutungen zu werden, die durch das Zusammenlaufen von Bild und Text im neuen Kontext der elektronischen Kommunikation entstehen. Alle Pädagogen stimmen darin überein, dass elektronische Texte wegen ihrer Multimodalität und Vielschichtigkeit eine verbesserte Lesekompetenz verlangen, um effektiv erfasst werden zu können.

Unser Lehransatz verfolgt die tägliche Entwicklung von Webseiten und verlangt von den Schülern, dass sie die Elemente erkennen, die die Meinung der Journalisten offenbaren (eine Aufgabe für Schüler der elften Klasse, im Kapitel „Verflechtung von Ereignis und Berichterstattung in den Nachrichten – Der Standpunkt des Journalisten in den Nachrichten“), dass sie die Wirkung der Nachrichten auf die Emotionen des Publikums und die Verhaltensweisen analysieren und, vor allem, dass sie sowohl die Sprache als auch die verschiedenen, von den neuen Medien eröffneten semiotischen Wege nutzen, um ihre Meinung zu einem seriösen Ereignis auszudrücken. Die Multimodalität der Texte ist eine Eigenschaft, die heutzutage von Erziehungs- und Kommunikationswissenschaftlern erforscht wird. In einem multimodalen Text findet Kommunikation in verschiedenen semiotischen Modi statt, von denen jeder eine spezielle und wichtige Funktion hat.

Die Herrschaft des geschriebenen Wortes ist heute zunehmend umstritten. Der verbreitete Gebrauch von Bildern in den elektronischen Medien trägt zu dieser Kritik bei. Das Lesen eines multimodalen Textes schließt seine sprachlichen und seine nichtsprachlichen Elemente (die Art der eingesetzten Fotografien, ihre Platzierung und Größe, die verwendete Schriftart und die benutzten Farben) ein. Es ist daher unerlässlich, dass wir Kriterien für die Entschlüsselung der verschiedenen verwendeten semiotischen Modi auswählen oder schaffen, wenn wir Bürger ausbilden wollen, die eine bewusste Auswahl treffen.

Unser Zeitalter hat einen Wandel der Textform erlebt. Das geschriebene Wort hat begonnen, audiovisuelle Reize mit einzubeziehen. Das ist unter anderem der schnellen Entwicklung der Technologie zuzuschreiben. Die Maßstäbe, die wir auf das Lesen von Texten angelegt haben, reichen nicht mehr aus. Wie können wir einen digitalen Text „lesen“, wenn seine Grenzen eher fließend als eindeutig sind? Reicht die Semiotik hier aus? Wird sie in der Lage sein, uns bei der Annäherung an die neuen, multimodalen Texte zu helfen?

Was, wenn wir zu dieser explosiven Kombination noch eine neue Textstruktur, nämlich den Hypertext, hinzufügen? Intertextualität im Internet ist konkret und real. Ein Link führt augenblicklich zu Bezugsstellen im selben oder in anderen Texten.
Ein Blatt ist statisch, schwarz auf weiß bedruckt – der Hypertext ist offen für Umgestaltung, ein offenes Grundgerüst, aus dem Leser ihren eigenen Text zusammenstellen können.

Visuelle Kommunikation

Bestimmte Forscher behaupten, dass wir dabei sind, eine „globale Sprache“ zu erschaffen, da das Bild Dominanz erlangt. Das vieldiskutierte Thema Globalisierung setzt eine solche Sprache voraus, da sie dazu neigt, Kommunikation zu neutralisieren. Andererseits dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Art, ein Bild zu „lesen“, direkt mit unseren kulturellen Rezeptoren zusammenhängt. Die Kommunikation mittels Bildern gründet gezwungenermaßen auf einem verallgemeinerten ästhetischen Ansatz, wenn man sie als Kommunikationsmedium begreift, das über freie Assoziationen und die Analyse der Semiotik der Bilder funktioniert. Das vollständige Verstehen einer Fotografie beispielsweise verlangt in gewisser Weise ein „Lesen“ ihrer Sprache. Wir lesen nach bestimmten Regeln, die schnell und effektiv gefühlsgeladene Wünsche in uns anregen.
Wenn wir zu bewussten Bildbetrachtern werden wollen, müssen wir an den Filtern für ihre Wahrnehmung arbeiten.

Die Semiotik der Nachrichtenfotografie zielt darauf ab, dem Betrachter ein kreatives Bewusstsein anzuerziehen, das ihn in die Lage versetzt, von bestimmten Ereignissen oder Aktionen überzeugt zu werden. Die digitale Fotografie erleichtert jedoch die Manipulation von Fotografien, womit der durchschnittliche Betrachter leicht getäuscht werden kann. Bedauerlicherweise gibt es keine einfache Methode, die Echtheit eines Fotos zu überprüfen.

Saussure stellte fest, dass das Zeichen das Bindeglied zwischen dem Bezeichner (in unserem Fall dem fotografischen Bild) und dem Bezeichneten (dem Konzept) ist. Die daraus folgende Verbindung von Bezeichner und Bezeichnetem ist das Resultat freier Assoziationen.

Eine Fotografie kann Wissen und emotionale Intensität vermitteln. Die psychologische Wirkung der Analyse einer Fotografie auf einen Einzelnen oder eine Gruppe von Menschen kann beim Treffen von Entscheidungen ausschlaggebend sein.

In den meisten Fällen wird der Einzelne durch Fotografien der Realität ausgesetzt. Das fotografische Bild kann auf seine ureigene Weise soziale Probleme, Kriege, Träume und die Erwartung einer besseren Zukunft sowie das Umfeld, in der wir leben, aufnehmen. Es kann Informationen zu den Massenmedien beitragen sowie Ideen und Konflikte unterbauen. Die durch das „Lesen“ von Fotografien in sozialer oder historischer oder sogar in psychologischer Hinsicht erworbene Erfahrung ist beträchtlich.

Die menschliche Kultur hat sich unter Nutzung verschiedener Informationen aus visuellen, akustischen und anderen Arten von Zeichen entwickelt. Sprache ist nichts weiter als ein hierarchisches Kommunikationssystem zur Informationsübermittlung. Sie besteht aus Zeichen und ist daher ein semiotisches Kommunikationssystem. Die Zeichen sind weder isoliert, noch mangelt es ihnen an Struktur, sie bilden vielmehr geordnete Kommunikationssysteme. Eine Sprache muss erlernt werden, und ihre Aneignung ist das Ergebnis harter Arbeit. Genauso wie unsere Muttersprache eine bestimmte Syntax und grammatische Struktur hat, während das Verständnis ihres Aufbaus und die Fähigkeit, sich in ihr auszudrücken, Lernen erfordern, so hat auch eine visuelle Sprache, besonders die Sprache von Webseiten, ihre eigenen Elemente, die wir vollständig verstehen müssen, um uns in ihr ausdrücken zu können.

Folgerungen
Allgemein ausgedrückt bringt die Verwendung digitaler Medien während des Lehrvorgangs besondere Auswirkungen mit sich und verlangt den Einsatz flexibler Unterrichtsformen und techniken. Diese Techniken steigern die Aufmerksamkeit der Schüler im Unterricht und stärken ihre aktive Beteiligung am Lernprozess, so dass das Interesse des Schülers während des Unterrichtsprozesses erhalten bleibt.
Artikel

"Deutsche Schüler widmen ihre nachmittage immer mehr dem lernen mit Neuen Medien"

13 Mai 2005
In Deutschland ist der Bildungsbereich derzeit im Umbruch. Durch die höhere Stundenzahl, die sich mit der Einführung von Ganztagsschulen ergibt, soll der Einsatz von IKT in den Schulen gestärkt werden.

Derzeit schließt die Mehrheit deutscher Schulen mittags gegen eins, doch mit der Einführung von Ganztagsschulangeboten soll die Öffnung der Schulen bis 5 Uhr ermöglicht werden. Die Schüler werden mehr Zeit im Unterricht in der Schule verbringen und seitens des Ministeriums befürwortet man Konzepte, die in dem Rahmen den Einsatz der Neuen Medien verstärken sollen. Das letzte Wort hierzu haben die Landesministerien, doch die Tendenz zum IKT Einsatz ist eindeutig positiv.

Über diese Themen haben wir mit Ursula Esser gesprochen, sie ist verantwortlich für den internationalen Bereich bei Schulen ans Netz, eine Intitiative, die 1996 mit dem Auftrag betraut wurde, 34.000 Schulen zu vernetzen. Nachdem dieses Ziel erreicht ist, entwicklet Schulen ans Netz nun pädagogisch-didaktische Inhalte, die das Lernen mit Neuen Medien fördern, um den Lehrkräften den praktischen Einsatz von Computer und Internet im täglichen Unterrichtsalltag zu erleichtern.

Wie wird man das Mehr an Stunden neu organisieren und füllen?
Wir wollen spezielles Material anbieten, das die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern am Nachmittag einsetzen können. Außerdem werden oftmals die Lernenden am Nachmittag nicht in ihren normalen Klassen unterrichtet sondern in AGs und kleineren Projektgruppen. Wenn ein Schüler beispielsweise Probleme mit Mathematik oder Fremdsprachen hat, kann er hierzu am Nachmittag spezielle Kurse besuchen. Dies können die Schüler dann mittels Neuer Medien tun und so gleichzeitig Medienkompetenz aufbauen.

Wie organisieren Sie den Aufbau von IKT Kenntnissen?
Wir befürworten das Arbeiten mit Medienkonzepten. Das heißt, die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Medienkenntnisse in einer Art Portfolio, so dass ein neuer Lehrer beispielsweise sehen kann, welche Fertigkeiten die Klasse besitzt, um darauf neue aufzubauen, sei es Mathematik und Excel oder bestimmte Hilsfunktionen von Word für den Sprachenbereich. Außerdem bekommen die Schüler am Ende der Schulzeit ein Zertifikat über die erworbenen Fertigkeiten.

Welche Fortbildungen bieten Sie den Lehrkräften an?
Das Durchschnittsalter deutscher Lehrkräfte ict relativ hoch und es gibt einen gewissen Widerstand gegen den Einsatz Neuer Medien. Manchmal sind die Schüler sicherer im Umgang mit den Neuen Medien als ihre Lehrer, was zu Konflikten führen kann. Andere Lehrkräfte sehen den Mehrwert der neuen Medien für ihren Unterricht nicht. Unsere Aufgabe ist es deshalb, deutlich zu machen, worin dieser Mehrwert besteht. In dem Zusammenhang haben wir das Angebot der Weblotsen, ein Team, das Fortbildungen anbietet, zunächst taten sie dies in den einzelnen Bundesländern direkt an den Schulen, inzwischen sind es mehr sog. Multiplikatorenschulungen, also Angebote für Schulleiter, Medienbeauftragte der Schulen, etc. Sie können dann wiederum das Kollegium fortbilden.

Ich nehme an, Sie bieten auch sehr spezifische Fortbildungen an?
Ja, wir haben 1 bis 2 Tagesschulungen für Lehrkräfte, die sich an der eTwinning Aktion beteiligen und lernen, Austausch mittels Neuer Medien zu realisieren. Wir zeigen ihnen, wie sie mit virtuellen Werkzeugen arbeiten, eine Webseite gestalten. Im nächsten Teil geht es dann um interkulturelle Fähigkeiten, die sie bei binationalen Schulpartnerschaften benötigen. Außerdem gibt es unser großes Portal Lehrer-online, auf dem sich Unterrichtsmaterial für alle Schulfächer und –formen befindet.

Werden die Portale von Schulen ans Netz von vielen Lehrern genutzt?
Tausende Lehrer loggen sich täglich bei uns ein. Und wir haben festgestellt, dass sie unsere Angebote mehr von zu Hause aus nutzen, was bedeutet, dass die Schulen ihnen immer noch nicht die Ausstattung bieten, die sie eigentlich brauchen. Was die Ausstattung angeht, hat Deutschland ein gewisses Maß erreicht, aber es ist einfach noch nicht gut genug.

Ich denke, in Deutschland hat man sich sehr mit der Frage der Chancengleichheit beschäftigt?
Ja, das stimmt. Wir haben beispielsweise das Portal Leanet, das sich an Frauen aus dem Bildungsbereich wendet. Das Portal soll sie zum Gebrauch von Computer und Internet motivieren, es werden Kurse angeboten, Materialien, Informationen zu Entwicklungen im Bildungsbereich, ein e-mail Account und vieles mehr. Außerdem gibt es www.lizzynet.de für Mädchen und junge Frauen, wo sie in Gruppenräumen zu ausgewählten Themen diskutieren können oder ihre eigene Webseite herstellen. Diese Angebote werden sehr gut genutzt.

Sind die Schulen motiviert, digitale Inhalte zu schaffen?
Da in Deutschland die Schülerzahl sinkt, müssen die Schulen sich immer stärker profilieren. Dies fördert beispielsweise auch die Erstellung guter Webseiten. Die weiterführenden Schulen haben eigentlich alle ihren Webauftritt und präsentieren ihre Aktivitäten und Projekte. Wir haben auch ein Angebot für die ganz Kleinen entwickelt, Primolo, mit dem auch Grundschulen ihre Homepage basteln.

Welche Rolle spielt hier die Technik?
Unser Motto ist ‘raus mit der Technik aus den Schulen’! Die Schulen sollen sich mit den pädagogischen Fragen befassen. Wir befürworten es deshalb, wenn sich die Schulen an große Netzwerke ankoppeln, die der Stadt, von Bibliotheken, etc.

Sie sind die Leiterin der Abteilung für Internationales bei Schulen ans Netz. Was können Sie ausländischen Lehrkräften anbieten?
Wir informieren über Entwicklungen und wichtige bildungspolitische Sachverhalte in Deutschland. Außerdem fördern wir den Austausch von Ideen, Know How und neuen Initiativen unter den europäischen Ländern. Es ist wichtig, Bildung und Fortbildung nicht als nationale Angelegenheit zu betrachten.
Schulen ans Netz ist Nationale Koordinierungsstelle für die eTwinning Aktion der Europäischen Kommission und wir unterhalten sehr engen Kontakt mit den Nationalen Koordinierungsstellen in den anderen europäischen Ländern, um Schulen und Lehrkräfte in Kontakt zu bringen. Die Informationen zu unseren Aktivitäten finden Sie auf unseren Seiten auch in englisch, französisch und spanisch.