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Den Lernraum verstehen

04 Juli 2008
Wie unterstützen Schulen durch den Einsatz digitaler Technologien erfolgreich die Personalisierung des Lernens? Das Forschungsprojekt, von dem hier berichtet wird, ergründet die Beziehung zwischen digitalen Technologien und den aktuellen Bemühungen um die Gewährleistung einer persönlicheren Lernerfahrung. Es werden Empfehlungen gegeben, die zu einem besseren Verständnis der Lernräume und einer besseren Nutzung digitaler Technologien beitragen sollen.
Wir beginnen mit der Vorstellung eines beschreibenden Modells der Beziehung zwischen Lernern, den Bildungsräumen, in denen sie handeln, und digitalen Technologien. In diesem Zusammenhang identifizieren wir vier Schlüsselräume (persönlicher Lernraum, Lehrraum, Schulraum und Lebensraum), die sich auf das Bildungserlebnis von Lernern auswirken. Das Verständnis dieser Räume ist gegenwärtig nicht gut, wodurch ein großer Teil des informellen und formellen Lernens von Kindern nicht erkannt und nicht bewertet wird.

Im Anschluss testen wir die Gültigkeit dieses Modells anhand der Ergebnisse diverser nationaler Forschungsprojekte, die ausnahmslos einen Methodenkombinations-Ansatz verwendeten, um in Gruppendiskussionen, Interviews und Umfragen sowie aus nationalen Datenbeständen zu Lernerleistungen qualitative und quantitative Daten zusammenzutragen. Die hier verwendeten Daten stammen aus den Fallstudienberichten und umfassen Klassenraumbeobachtungen sowie Kommentare aus erster Hand von Lehrkräften, Verantwortungsträgern und Lernern. Wir analysieren die Bedeutung dieser Daten und dieses Modells für unser Verständnis davon, wie digitale Technologien effektiv in der Bildung eingesetzt werden können.

Im traditionellen Bildungsmodell wurde die Gestaltung des Lernraums im Wesentlichen von der betreffenden Bildungseinrichtung und der Lehrkraft kontrolliert. Die physischen Merkmale des persönlichen Bildungsraums kann noch immer von Lehrkräften und Einrichtungen beeinflusst werden, die Gestaltung dieses Raums und der Technologieeinsatz liegen nun jedoch in den Händen der Lerner. Um effektives Lernen gewährleisten zu können, ist es erforderlich, die Bedeutung der verschiedenen Räume bei der Personalisierung des Lernens zu verstehen und auf die Wahrnehmungen und Verhaltensweisen der Lerner einzugehen.
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Was unternehmen die EU und ihre Mitgliedsstaaten bezüglich der digitalen Alphabetisierung?

28 November 2007
Im Jahre 2006 setzten sich die EU-Mitgliedsstaaten ein anspruchsvolles Ziel: die Halbierung der Lücken in der digitalen Alphabetisierung zwischen den „Risikogruppen“ und dem Bevölkerungsdurchschnitt bis 2010. Durch die Selbstverpflichtung, Europa bis zum Ende des Jahrzehnts zum konkurrenzfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, wurde es notwendig, sicherzustellen, dass die Bürger und Bürgerinnen nicht zurückgelassen werden und die Arbeitgeber Zugang zu den für das erwartete wirtschaftliche Wachstum benötigten Kompetenzen bekommen.
Zu diesem Zweck begannen die EU und ihre Mitgliedsstaaten, eine umfassende Reihe politischer Maßnahmen zu ergreifen, die helfen sollen, das Niveau der digitalen Alphabetisierung in der europäischen Bevölkerung zu erhöhen. Im Großen und Ganzen spiegelten die frühen Maßnahmen ein funktionelles Verständnis der digitalen Alphabetisierung wider, das sich lediglich auf die Fähigkeit einer Person bezieht, Hardware und Software effektiv zu nutzen. Die Maßnahmen - hauptsächlich abgestellt auf jene Bevölkerungsgruppen, bei denen die verfügbaren Daten darauf schließen lassen, dass sie besonders von digitalem Analphabetentum betroffen sind (Arbeitslose, Behinderte, Frauen und Senioren) - konzentrieren sich darauf, grundlegende IKT-Kompetenzen zu vermitteln und sicherzustellen, dass alle Schüler nach dem Schulabschluss digital alphabetisiert sind.

Die Diskussion in der EU und ihren Mitgliedsstaaten bewegt sich jedoch zunehmend in Richtung eines Verständnisses von digitaler Alphabetisierung, das diese meist einfach als „Medienkompetenz“ beschreibt. Als solche umfasst sie eine bedeutsame kognitive und evaluative Dimension, die dem funktionellen Verständnis abgeht. Die zuletzt als Teil des Programms i2010 von der Europäischen Kommission durchgeführten Initiativen laufen unter diesem Begriff, ebenso wie in den Mitgliedsstaaten, wo der Begriff „Medienkompetenz“ zunächst nur von einigen Ländern im Zusammenhang mit IKT-Unterricht an Schulen gebraucht wurde.

Ein differenzierteres Verständnis von digitaler Alphabetisierung erfordert jedoch auch differenziertere Herangehensweisen, um ihren Erfolg zu messen. Eine der wichtigsten Herausforderungen der nächsten Zukunft ist es daher, spezifischere Indikatoren zu finden, die besser den verschiedenen Fächern und Arten der Umsetzung gerecht werden, die benötigt werden, um den Erfolg von Maßnahmen zur digitalen Alphabetisierung sicherzustellen. Erst wenn wir ein besseres Verständnis dafür erlangen, was funktioniert und was nicht, können wir beginnen, in das in Europa immer noch existierenden digitalen Analphabetismus einzugreifen.