Competence
Die Gestaltung kollaborativer Lernaktivitäten in sicheren Informationssystemen
Das Forschungsgebiet des Einsatzes von Informationstechnologien zur Gestaltung computerunterstützter kollaborativer Lernaktivitäten (computer-supported collaborative learning, CSCL) bringt sehr komplexe Szenarien hervor, die von verschiedenen Ansätzen ausgehend untersucht werden müssen. Einer dieser Ansätze besteht darin, sich mit der Informationssicherheit zu befassen, sich dabei aber nicht auf die technologischen Aspekte zu beschränken.
In dieser Arbeit legen wir dar, dass aktuelle E-Learning-Systeme, die webgestütztes kollaboratives Lernen unterstützen, essentielle Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen und dass sich dieser Umstand stark auf die kollaborativen Lernprozesse auswirken kann. Um in diesem Bereich Abhilfe zu schaffen, haben wir einen Vorschlag auf Grundlage von Public-Key-Infrastruktur-Modellen (PKI) unterbreitet, die für das webgestützte kollaborative Lernen essentielle Sicherheitsmerkmale und -leistungen, wie Verfügbarkeit, Integrität, Identifikation und Authentifizierung, Zugangskontrolle, Vertraulichkeit, Nichtabstreitbarkeit, Zeitstempel, Prüfungsdienst und Ausfallkontrolle, bieten.
Die Förderung digitaler Immigranten. Online-Kurse für Lehrende über Internet-Sicherheit in Österreich
Medienerziehung ist an österreichischen Schulen ein fächerübergreifendes Thema, jedoch kein Teil der formalen Lehrerausbildung. Lehrkräfte mit hoher digitaler Kompetenz sind aber viel eher gewillt, Fragen der Netzsicherheit im Rahmen des Unterrichts mit den Lernern zu besprechen. Somit wird eine Verbesserung dieser Kompetenz bei den Lehrenden letzten Endes dazu beitragen, diesen Themenkomplex in die allgemeine Bildung zu integrieren. Es sind einige leistungsfähige E-Learning-Tools eingeführt worden, die die Lehrkräfte dabei unterstützen, sich mit den Grundlagen der Netzsicherheit vertraut zu machen und das Thema in ihren Unterricht einzubinden.
Wir haben festgestellt, dass das Anbieten anspruchsvoller E-Learning-Inhalte zur Netzsicherheit an Pädagogen am besten funktioniert, wenn man mit renommierten Lehrerausbildungsanbietern oder von Lehrkräften frequentierten Websites zusammenarbeitet. So wird bei gleichzeitiger Gewährleistung einer nachhaltigen Wissensgrundlage sichergestellt, dass die Ressourcen ihren Anforderungen entsprechen. Formuliert wurden diese Folgerungen von Saferinternet.at, der EU-finanzierten österreichischen Initiative des Programms „Sicheres Internet“ für Netzsicherheit, die neben anderen Aktivitäten auch Lehrerfortbildungen zum Thema anbietet.
Gemeinsam sicher und kritisch die digitale Welt erforschen
Im Rahmen des Programms „Sicheres Internet“ wurde in Lettland ein Safer Internet Day organisiert, dessen Ziel es war, Eltern, Lehrende und Jugendliche zusammenzubringen, um gemeinsam sicher die digitale Welt zu entdecken. Sicher bedeutet aktuellen Erkenntnissen zufolge kritisch, da die digitalen Kompetenzen eng mit der Fähigkeit zusammenhängen, Online-Inhalte kritisch bewerten zu können, was wiederum untrennbar mit der persönlichen Netzsicherheit verbunden ist.
Ein 2010 von EU Kids Online durchgeführtes Forschungsprojekt zeigte, dass nur 54 % der Kinder und Jugendlichen angaben, sie sähen sich in der Lage, Informationen aus verschiedenen Online-Quellen zu vergleichen, bevor sie diese als wahr und vertrauenswürdig interpretierten, und täten dies auch tatsächlich. Zur Prüfung dieses Ergebnisses führte das lettische Safer-Internet-Zentrum zusammen mit dem lettischen sozialen Netzwerk Draugiem.lv ein Experiment durch, bei dem die Vorsicht der jungen Menschen bei der Herausgabe ihrer persönlichen Daten getestet wurde. Die Resultate machen die Notwendigkeit umfangreicherer Maßnahmen zur Entwicklung und Verbesserung der kritischen digitalen Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen deutlich.
Erfahrungen mit dem Programm „Sicheres Internet“ in Estland
Die estnischen Kinder bilden eine demographische Gruppe, die in der EU in der Top 5 steht, was Internet-Benutzer angeht, die Nutzen aus den neuen IKT-Lösungen ziehen, aber auch anfällig für ihre Nachteilen (diverse Online-Risiken) sind. Die koordinierten Bemühungen um eine Steigerung des Netzsicherheitsbewusstseins sind in diesem Land relativ neu. Frühere Aktivitäten waren schlecht koordiniert, ließen Kontinuität vermissen und hingen meist vom Engagement Freiwilliger ab. Erst in den letzten Jahren ist in Estland durch das Programm „Sicheres Internet“ ein dringend benötigter Koordinierungsansatz entstanden.
Unser Ziel ist es, die Bereiche zu definieren, die von diesem Programm abgedeckt oder nicht abgedeckt werden, die Schwächen und Stärken des Programms zu identifizieren, seine Wirkung zu analysieren und Schwerpunkte für künftige Phasen zu empfehlen. Wir haben die im Rahmen des Projekts geschaffenen Inhalte (Lernmaterialien und ein E-Kurs), die Erfahrungen der Trainer und das Feedback auf den Kurs analysiert und auf Grundlage dieser Daten Empfehlungen (aus der Sicht des Projektes, der Schulleitung, der Eltern und der Regierung) für die nächste Projektphase formuliert.
Sind die Schulen dafür gerüstet, im Rahmen des Lehrplans und darüber hinaus das Problem der Netzsicherheit anzugehen?
Diese Arbeit untersucht die von mehr als 1000 Schulen im Vereinigten Königreich zu ihrer Netzsicherheitspolitik und -praxis zur Verfügung gestellten Daten. Mittels des Vergleichs mit Daten aus dem vergangenen Jahr ergründen wir den gegenwärtigen Stand der Praxis an britischen Schulen und analysieren die in den letzten 12 Monaten gemachten Fortschritte.
Aus dieser Analyse wird deutlich, dass Aspekte, die entweder technologische Eingriffe (z. B. Filter) oder eine strategische Planung umfassen, sich in der Regel als leistungsfähiger erweisen als solche, die (wie z. B. Schulungen) langfristige Investitionen in Ressourcen oder (wie die Elternbildung oder die Sensibilisierung des Umfelds) ein Engagement der ganzen Schule erfordern. Auch die Überwachung und Berichterstattung funktionierten schlecht. Interessant ist, dass sowohl die positiv als auch die negativ herausragenden Leistungsaspekte trotz der Teilnahme fast doppelt so vieler Einrichtungen im Vergleich der Jahre 2010 und 2011, abgesehen von einer nur geringen Verbesserung, praktisch unverändert geblieben sind.
Das zur Erfassung der Daten verwendete Analyse-Tool wird derzeit in Pilotprojekten in den USA und Australien eingesetzt. Sobald es sich dort im vollen Einsatz befindet, wird erstmals eine detaillierte Vergleichsanalyse auf internationaler Ebene möglich sein. Dies bietet aufregende neue Möglichkeiten dafür, zu verstehen, wie sich Schulen auf internationaler Ebene für die Netzsicherheit engagieren und was sie unternehmen, um ihre Schüler, die Lehrenden und das Umfeld zu schützen.
Erfahrungen von Kindern mit sexueller Belästigung und sexuellem Missbrauch im Internet
Eine gemeinsame Umfrage von Save the Children und der Polizeieinheit „Virtual Community Policing Group“ aus Helsinki bietet einen Einblick in die Prävalenz des sexuellen Missbrauchs finnischer Kinder im Internet. Die anonyme Umfrage fand 2011 in vier Online-Communities statt. Der Bericht präsentiert die Ergebnisse bei den unter Sechzehnjährigen (62 % Mädchen, 38 % Jungen), die 54 % (2283) der Befragten ausmachen.
Der Fokus lag auf Online-Interaktion mit einem erwachsenen oder deutlich älteren Gegenpart. 33 % der Kinder hatten Mitteilungen, Fotos oder Videos mit sexuellem Inhalt von Erwachsenen oder deutlich älteren Personen empfangen, die sie als sexuelle Belästigung empfanden; 24 % waren an Konversationen mit sexuellem Charakter beteiligt gewesen, und 20 % hatten einen sexuellen Webcam-Kontakt mit einer erwachsenen oder deutlich älteren Person gehabt. 11 % hatten sich leicht bekleidet oder nackt vor der Webcam gezeigt. Berücksichtigt man die Einschränkungen bezüglich Online-Umfragen, geben die Ergebnisse durchaus Anlass zur Sorge. Der sexuelle Missbrauch von Kindern im Internet stellt – ob als belästigend empfunden oder nicht – ein weit reichendes Problem dar, das bestimmte Strafverfolgungs- und Kinderschutzmaßnahmen erfordert.
E-Learning: Die dunkle Seite?
Es gibt Bedenken, dass das Internet neue Risiken für unsere Gesellschaft und vor allem für junge Leute mit sich gebracht hat. Unserer Ansicht nach wird die Art und Weise, in der wir mit diesen Risiken umgehen, davon beeinflusst, wie wir die jungen Menschen und im Besonderen ihre Reife und ihr Vermögen, Entscheidungen für sich selbst zu treffen, einschätzen.
Eine oft wiederkehrende, auf alten und modernen Mythen bezüglich der Natur von Gut und Böse beruhende Metapher nimmt Bezug auf die „dunkle Seite“ des Internets. Es scheint uns, dass bezüglich der Nutzung digitaler Technologien eine Wissenskluft zwischen Erwachsenen und Jugendlichen entstanden ist. Digital Natives können die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft ändern: Das bedroht den Status quo und hat deshalb eine moralische Panik ausgelöst.
Zu den wichtigsten Risikofeldern zählen Cyber-Mobbing, Spiele, soziale Netzwerke, sexuell motivierte Kontaktaufnahmen und Suchtverhalten. Obwohl alle diese Beispiele reale Risiken repräsentieren, stellen wir fest, dass junge Menschen ihr Verhalten in dem Maße mäßigen, in dem sie ein Verständnis für die Möglichkeiten entwickeln, die die neuen Technologien bieten. Die Antwort auf unsere Sorgen könnte darin liegen, nicht nach der Kontrolle der digitalen Medien zu streben, sondern Erwachsene und Jugendliche darüber zu informieren, was möglich und angemessen ist, damit sie sich dafür entscheiden können, verantwortungsbewusste digitale Bürger des 21. Jahrhunderts zu werden.
New Extended Deadline for Paper Submission on Cyber Security and Education!
Cyber Security and Education
Certain competences have been identified as necessary skills young people should have in order to manage security online. These skills include the ability to adopt a critical use of new media (including the ability to assess sources), understanding how to present oneself online, in terms of privacy, identity and reputation management, and developing responsible and ethical online behaviour. A focus on these competencies signals a shift in teaching ICT in the classroom, providing instruction not only on at how technology works, but also on its use.
An educational approach to Cyber Security means raising student awareness of the risks and consequences of their online practices. It should provide a platform that teaches students to recognize and prevent real risks, such as cyber-bullying, identity theft or sexual harassment, and introduces them to existing risk prevention resources, like the Online Police. While there is consensus on the pressing nature of these risks, incorporating Cyber Security into the curriculum is a new practice, at best. The field is in need of best practice scenarios and in-depth discussions surrounding how students can be encouraged to engage in safe Internet use.
eLearning Papers seeks contributions about Cyber Security for young people and the educational sector in both sections: In-Depth and From the Field. We specifically invite contributions which address one or several of the following issues:
- Useful approaches to online security in curriculum design and teaching practice
- Good practice in Cyber Security
- Teaching, learning and promoting critical digital literacy
- Defining at-risk populations and specific security concerns
- National approaches to online safety; national information society policies or ICT in education policies
- Competences for online safety education
- Safety risks for young people and children (safe behaviour online, privacy issues, cyber-bullying, intellectual property rights, involuntary disclosure, etc.)
The article submission closes on March 23, 2012.
The provisional date of publication is April 20, 2012.
For further information and to submit your article, please contact: jimena.marquez@elearningpapers.eu
Read the complete call for papers here
eLearning Papers – Aufforderung zur Einreichung von Beiträgen zum Thema „Netzsicherheit und Bildung“
Die Behandlung der Netzsicherheit in den Schulen sollte dazu beitragen, eine kritische E-Kompetenz zu fördern, die die Kinder in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie Informationen online verwenden und teilen. eLearning Papers sucht Beiträge für die 28. Ausgabe. Gast-Herausgeber: Jean Underwood, Professorin für Psychologie an der Nottingham Trent University (Vereinigtes Königreich). Einreichungsfrist: 16. März 2012.
Certain competences have been identified as necessary skills young people should have in order to manage security online. These skills include the ability to adopt a critical use of new media (including the ability to assess sources), understanding how to present oneself online, in terms of privacy, identity and reputation management, and developing responsible and ethical online behaviour. A focus on these competencies signals a shift in teaching ICT in the classroom, providing instruction not only on at how technology works, but also on its use.
An educational approach to Cyber Security means raising student awareness of the risks and consequences of their online practices. It should provide a platform that teaches students to recognize and prevent real risks, such as cyber-bullying, identity theft or sexual harassment, and introduces them to existing risk prevention resources, like the Online Police. While there is consensus on the pressing nature of these risks, incorporating Cyber Security into the curriculum is a new practice, at best. The field is in need of best practice scenarios and in-depth discussions surrounding how students can be encouraged to engage in safe Internet use.
eLearning Papers seeks contributions about Cyber Security for young people and the educational sector in both sections: In-Depth and From the Field. We specifically invite contributions which address one or several of the following issues:
- Useful approaches to online security in curriculum design and teaching practice
- Good practice in Cyber Security
- Teaching, learning and promoting critical digital literacy
- Defining at-risk populations and specific security concerns
- National approaches to online safety; national information society policies or ICT in education policies
- Competences for online safety education
- Safety risks for young people and children (safe behaviour online, privacy issues, cyber-bullying, intellectual property rights, involuntary disclosure, etc.)
The article submission closes on March 16, 2012.
The provisional date of publication is April 20, 2012.
For further information and to submit your article, please contact: jimena.marquez@elearningpapers.eu
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